Montag, 26. März 2007

Sur le pont d’Avignon l’on y danse pas

Gleich vorneweg: Freitagmorgen auf dem Weg zur Uni dachte ich noch: hey, super, diese Woche nichts Peinliches passiert in der Uni. Dann bog mit meinem Rad ich nach rechts ab ohne meine Hand rauszustrecken und bremste somit eine Frau aus, die gerade – von mir unbemerkt – dabei gewesen war, mich rechts zu überholen. Besagte Frau fiel hin, aber beteuerte, sich nichts getan zu haben. Sie kam mir direkt so bekannt vor. Und siehe da, als ich in der Uni ankam, wusste ich, warum: sie arbeitet im gleichen Flur wie ich.
Ich bin gespannt, was diese Woche auf mich zu kommt.

So viel werde ich diese Woche allerdings nicht zur Uni gehen, denn ich habe Besuch. Seit gestern ist Jens da und morgen kommen meine Eltern für zwei Tage.
Und a propos Besuch, Samstag, als ich gerade mit Lucia und Giorga in Avignon war und versuchte, Italienisch zu lernen (aber nur Wörter, in denen man das R nicht rollen muss, das kann ich ja nicht), riefen mich Rieke und Onno an. Die kamen dann spontan aus ihrem Feriendomizil (was für ein blödes Wort) Samstagabend vorbei. Und verbrachten zwei Stunden allein in Montpellier. Denn ich saß auf dem Rückweg aus Avignon in Nimes fest. Es gibt nämlich auch hier Selbstmörder, die sich vor den Zug schmeißen. Es ging gar nichts mehr, wir standen ewig lange im Zug rum und ich wurde von französischen Jugendlichen angepöbelt, ob ich Amerikanerin sei. Schließlich gab’s dann Busse nach Montpellier.

Mit Rieke und Onno hab ich dann am Sonntag zum ersten Mal ziemlich viel in Montpellier gesehen und bin noch einmal bestärkt worden in meiner Meinung, dass es wirklich eine total schöne Stadt ist.
Und in Avignon war es auch super. Abgesehen vom Wind, der dort ununterbrochen weht. Aber wusstet Ihr, dass ab 1309 in Avignon ca. 100 Jahre neun Päpste residiert haben (naja, eigentlich 7 „richtige“ und 2 Gegenpäpste)? Das mussten sie auch mit einem riesigen Palast unterstreichen. Unglaublich, was die da in hundert Jahren gebaut haben mit allen Anbauten und so. Und wie die damals gefroren haben müssen!! Wir jedenfalls haben es getan.
Wir haben nicht auf der Brücke von Avignon getanzt, weil wir sonst in die Rhône geweht worden wären. Und weil die Brücke gar nicht so schön ist, aber immerhin aus dem 13. Jahrhundert und nur noch zur Hälfte erhalten.

Gut, das war dann jetzt auch schon wieder der Eintrag. Wenn ich ab nächster Woche Ferien habe, mach ich ganz viele Fotos von allen Ausflügen und stell sie hier rein, um Euch neidisch zu machen. Mal schaun, wo’s uns hin verschlägt.

Und hier noch ein paar Bilder:

Der Palast der Päpste in Avignon aus verschiedenen (zwei) Perspektiven:

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Die ham sich das richtig was kosten lassen, so große Räume (bzw. Kapellen) waren keine Ausnahme:
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und mindestens zwei Innenhöfe gab's auch:
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Giorga und ich interessiert am Wasserspeierangucken (erst sollte es nur ein Fake sein, dann haben wir da oben wirklich was entdeckt):
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Zwar tanzten Lucia und Giorga nicht auf der Brücke, aber immerhin auf der Terrasse des Palasts:
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Da war's übrigens total windig (wie überall in Avignon):
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Und man sah die Rhone und Avignon von oben:
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So sieht die berühmte (?) Brücke von oben aus (ja, sie ist nur noch halb erhalten!):
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Und so von der unteren "Etage":
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Und so vom ins Wasser ragenden Ende (im Hintergrund übrigens - wer hätte das gedacht? - der Papstpalast):
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ABER was ist schon der Papstpalast: Die älteste noch in "Betrieb stehende" Medizinfakultät Europas steht wo? Genau - in Montpellier:
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Rieke auf dem Markt (leckeres Gemüse!):
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Und Rieke, Onno und ich in Montpellier:
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Montag, 19. März 2007

Have you ever played Rugby?

Die Franzosen sind verrückt nach Rugby. Zumindest hatte ich am Samstag diesen Eindruck. Statt sich in einem der zahlreichen Straßencafés von Montpellier die Frühlingssonne ins Gesicht scheinen zu lassen zu lassen, fanden sich nachmittags im dunklen Irish Pub unzählige Franzosen ein, um das Spiel Frankreich gegen Schottland zu sehen. Es ging um den „Pokal der sechs Nationen“ (frei ohne Ahnung von Rugby übersetzt). Ein Ire erklärte mir, das sei so etwas wie die Europameisterschaft des Rugbys. Bis auf Frankreich, Italien, Irland, Schottland, Wales und England seien alle anderen europäischen Teams zu schlecht, um dort mitzuspielen. Oder vielleicht hält sich die Begeisterung für diesen etwas merkwürdigen Sport in den nicht teilnehmenden Ländern einfach in Grenzen.
Wie dem auch sei, auch ich verbrachte also den ganzen Nachmittag im Pub – man muss sich ja schließlich den lokalen Gepflogenheiten anpassen. Der eigentlich Grund war aber Lucias Freund, der zu Besuch war. Francesco ist nämlich nicht nur Italiener, sondern auch passionierter Rugby-Spieler, was er mit einem schicken Italien-Trikot zur Schau stellte. Leider verlor Italien gegen Irland, während mich ein Ire mit Fragen wie „Do you like watching the game?“ (- „I can’t tell, I’ve never watched a rugby game before“) oder „Have you ever played rugby?“ oder “Do you drive a car?” hartnäckig in eine Konversation zu verwickeln versuchte. (Oder sollte es heißen: Italien verlor gegen Irland, während mich leider ein Ire in ein Gespräch zu verwickeln versuchte?)
Rugby ist ein merkwürdiger Sport, wie ich nach zwei Spielen messerscharf analysieren konnte. Je 15 Spieler der zwei Mannschaften versuchen, Punkte zu erzielen, indem sie einen Ball durch eine Mauer von muskulösen Männerkörpern (was leider nicht so aussieht wie es klingt – die Rugbyspieler der Nationalmannschaften zählen keineswegs zu den Schönheiten des Sports) ans Ende des Spielfelds zu bringen versuchen. Ziemlich oft liegt ein Haufen Männer auf dem Spielfeld, der den Besitzer des Balls unter sich begräbt. Ab und zu wird der arme Ballbesitzer auch am Knöchel über das Spielfeld geschleift. Aber ob das den Regeln entspricht, ist mir noch nicht ersichtlich. Doch – wie mir von Lucia und ihrem Freund versichert wurde – Rugby zählt zu einer der fairsten Sportarten überhaupt. Und brutal ist das ja auch nicht. Nein, nein.
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich jetzt theoretisch den Held der irischen Rugby-Mannschaft erkennen kann („They call him God“) und dass Frankreich das Turnier gewonnen hat.

Außerdem erfuhr ich an diesem Nachmittag noch, dass St. Patrick’s Day war. Gut, das hätte ich auch so wissen können, aber immerhin sind wir hier in Frankreich!! Wir wurden dann gleich auf eine St. Patrick’s Day-Fete in einer kleinen Wohnung von irischen Erasmus-Studenten eingeladen. Mit echter irischer Musik, zu der ich netterweise mit meiner Tin Whistle auch ein paar Lieder beisteuern durfte. (Nach einigen Tunes fragte mich mein irischer „Rugby-Freund“ auch direkt: „You play the tin whistle?“, um seinen Katalog an unnötigen Fragen zu vervollständigen.) Zwischendurch sang jede der vertretenen Nationen ein Lied, nur die Deutschen (zu denen ich mich nicht zählte, schließlich war ich mit Italienern gekommen und musste mich somit nicht outen) brauchten bis 1 Uhr, um eines auf die Reihe zu kriegen. Sie hatten vorher stundenlang im Internet nach Texten gesucht. So sind sie halt, die Deutschen.
Jedenfalls haben die musizierenden Iren und ich beschlossen, uns öfter zu Sessions zu treffen. Je suis très contente.

Ob der kurzen Nacht war ich am Sonntag dann auch dementsprechend müde, als es früh morgens los ging nach Spanien. Ja, ich war in Spanien. Und ich war ganz schön überfordert, als ich einen netten älteren Herrn fragen wollte, ob er ein Foto von uns machen könnte. Erstens hatte dieser anscheinend zum ersten Mal eine Digitalkamera in der Hand und sichtlich Spaß beim Knipsen (egal, ob wir grad im Bild waren oder nicht) und zweitens war der gute Mann Spanier, da war ich schnell mit meinem Französisch am Ende. Wir waren übrigens in Figueres, im „Teatre Museu Dalí“, was sehr nett war. Nur immerhin 2,5 Stunden mit dem Bus von hier entfernt. Aber an sich hat es sich gelohnt.

Um die Erzählungen vom Wochenende noch mit einigen Neuigkeiten aus dem Praktikum abzuschließen: Diese Woche ist mir nichts Peinliches passiert. Außer, dass ich beim Öffnen des Fensters Wasser über die Unterlagen meines Profs geschüttet habe. Aber das ist schnell wieder getrocknet, ist ja schließlich warm hier. Und ich merke jetzt nach und nach, dass ich ein Bioinformatik-Praktikum mache. Denn ich sitze nicht nur den ganzen Tag vorm Computer, sondern greife mit meinem Laptop auch noch auf einen anderen Computer zu, um Sequenzen mit bestimmten Programmen zu bearbeiten, sie zum Beispiel aneinander zu hängen. Ich bin zuversichtlich, dass ich diese Woche weitere kleine Teilerfolge im Verstehen meiner Aufgabe erzielen werde. On verra.

Rugby-Verrückte
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Frederico und Lucia – leider ist das Bild unscharf. Die irischen Spieler sahen wirklich so aus wie auf der Tafel dargestellt.
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Musizierende Iren (+ Italiener und Spanier)
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Singende Iren
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Wir in Roses auf dem sinkenden Schiff – der ältere Herr übte noch beim Fotografieren.
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Das Dalí-Museum von außen
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Das Dalí-Museum von innen
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Werk von Dalí
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Und noch einige Bilder von Montpellier und dem Etang bei Palavas:
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Dienstag, 13. März 2007

Wenn Dich ein Franzose zum Essen einlädt...

...überleg Dir gut, ob Du annimmst. Denn sich bekochen oder einladen zu lassen ist hier nicht gleichbedeutend mit einem gemütlichen Abend. Sollte man als unbedachte Deutsche nicht darauf kommen, dass die Annahme einer Essenseinladung hier als enorme Sympathiebekundung und mehr angesehen wird, könnte der Gastgeber nach dem Essen und dem fehlenden Dessert sehr enttäuscht sein.
Ich habe es zugegebenermaßen auch erst nicht geglaubt, als ich gewarnt wurde. Nach einem Gespräch mit einer Spanierin allerdings wurde mir klar, dass die Südländer allgemein etwas andere Vorstellungen vom Kennenlernen haben als wir. Wäre mir ein Franzose über den Weg gelaufen, den ich nett gefunden hätte (wohlgemerkt, nett, mehr nicht!) und der mich zum Essen eingeladen hätte, hätte ich dies vermutlich freudig angenommen. So einen Abend lang Französisch sprechen (!) tut doch der Sprachentwicklung sehr gut.
Eine Freundin erzählte mir übrigens, dass sie gleich zwei Liebesbekundungen bekommen habe, nachdem sie sich etwas länger mit Franzosen unterhalten hatte. Man sollte also auf der Hut sein, wenn man nicht gleich eine „relation amoureuse“ (O-Ton Freundin) haben möchte.

Ohnehin ticken unsere geschätzten Nachbarn etwas anders, was aus dem vorletzten Eintrag ja spätestens ersichtlich geworden sein sollte. Vor kurzem zum Beispiel beschloss ich, das von meinem Vormieter übernommene Mountainbike doch lieber fahrtüchtig machen zu lassen. Meiner (deutschen) Meinung nach sind Bremsen und Licht fürs sichere Fahren recht essentiell.
Ein Herr zwischen 40 und 50 bediente mich dann auch im Fahrradladen – in Anzughose und Pullover, unter dem der Hemdkragen hervorlugte. Dass sein gepflegtes Outfit unter der Montage, die als anscheinend alleiniger Monteur höchstpersönlich vornahm, nicht unerheblich litt, schien dabei nur Nebensache zu sein. Gleichzeitig fragte er mich diverse Male, ob ich wirklich auch vorne Licht haben wolle oder ob hinten genügen würde. Das war allerdings auch das Einzige, das er von sich gab, bis er sich zu einem Lächeln hinreißen ließ, als ein anderer Franzose lauthals schief und (so vermute ich) Englisch singend an uns vorbei trabte.

Eine weitere erwähnenswerte Kuriosität, die allerdings nicht unbedingt mit kulturellen Unterschieden zusammen hängen muss, ist die von mir heute erhaltene Mail meines Professors. Unter einer offiziellen Einladung zu einem Vortrag (« Application des méthodes de morphométrie géométrique 3D à l’étude des primates actuels et fossiles ») sah ich seine Signatur – Professor so und so des instituts XY, soweit nichts Ungewöhnliches. Der letzte Satz der Signatur ließ mich dann aber doch aufhorchen, mir lachte da die weise Erkenntnis entgegen: „To keep milk from turning sour, keep it in the cow!“ Man lernt nie aus, sowohl was Lebensweisheiten als auch was Professoren betrifft.

Ich sollte mich hier aber nicht über seltsame Angewohnheiten der Franzosen mokieren, denn ich kann nur ahnen, was in unserem Büro seit letzter Woche von den Deutschen – sprich: mir – gedacht wird. Am Freitagmorgen kam ich als erste ins Büro und entdeckte voller Schrecken ein verpacktes Billy Boy-Kondom, das jemand auf meinen Platz gelegt haben musste.
Siedend heiß wurde mir klar, dass dies mir am Tag vorher aus der Tasche auf den Boden gefallen sein musste und mein Professor (oder hoffentlich das Reinigungspersonal!) es sorgsam aufgehoben und auf meinen Platz gelegt hatte. Den Tag zuvor hatte ich mich noch bei Lucia darüber gewundert, was ich eigentlich alles in meinem Rucksack habe (Werbegeschenke von irgendwelchen Parteien, Kondome sind da ja immer trotz Geburtendefizit stark in Mode) und warum ich den nie aufräume. Am Wochenende hab ich das jetzt aber gründlich nachgeholt.
Ich habe beschlossen, gegenüber meinen Kollegen Stillschweigen zu bewahren und so zu tun als ob nichts passiert ist.

Zu guter Letzt noch ein paar Worte zum Wochenende: Es war wieder einmal schön und diesen Sonntag am Strand schien sogar noch mehr die Sonne. Und es war sehr viel mehr Wind, was dazu geführt hat, dass mein gerade aufgeräumter Rucksack jetzt unzählige Sandkörner enthält (die werden dann aber – sollten sie im Büro herausfallen – vermutlich nicht auf meinen Platz gelegt).
Mein Umzug ist auch ohne Probleme über die Runden gegangen und bis auf die Tatsache, dass in meiner Wohnung auch tagsüber Dämmerung herrscht (worüber ich im Sommer vermutlich mehr als froh sein werde), ist alles super. Ich bin in fünf Minuten im botanischen Garten und ebenso schnell am Knotenpunkt des historischen Stadtzentrums. Und zur Feier des Einzugs werde ich mich Donnerstag beim Abendessen (nicht mit Franzosen, sondern mit Italienern und meinen ehemaligen Mitbewohnerinnen) Kartoffelsalat machen. Typisch deutsch eben. Man muss ja die Stereotype wahren.

Freitag, 9. März 2007

So, für alle, die ob des Aussehens meines Blogs jetzt entsetzt sind: ich fand das alte auch schöner. Aber wenn mir hier KEINER sagen kann, wie ich Bilder hochlade, ohne dass sie bei den anderen Vorlage verzerrt und abgeschnitten sind (die Seite ist zu schmal!), lass ich es jetzt so.

Und falls mir doch jemand einen Tipp gibt, super.

Hier also mal ein paar Eindrücke aus Montpellier und Umgebung:

Montpellier bei Nacht, Place de la Comédie:

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Da werd ich ab morgen wohnen, in der Straße:

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Hier kann man sich tolle Räder ausleihen, um von der Tram zu Ikea zu kommen:

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Der Hafen von Sète, einenr kleinen Stadt hier in der Nähe. Leider fehlt Montpellier ein wenig das Wasser (meiner Meinung nach)

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Noch mal der gleiche Ort bei Abenddämmerung:

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Sète liegt übrigens am Meer: hier die alte Frau und das Meer:

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Und hier das Meer ohne die störende Person:

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Und noch mal das Meer bei besserem Wetter, dies Mal am Strand in Palavas:

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Ansichten einer Sonnenbadenden:

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merkwürdige Touristen in Palavas nehmen einen überflüssigen Lift statt der Brücke, um über den Hafen zu kommen:

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Das ist dann von besagter Brücke fotografiert:

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Montag, 5. März 2007

Sie haben Bert getötet!!

Mit dieser Schreckensnachricht, die mich Samstag auf einer Party von einer Amerikanerin (richtig coole Wohnung!) erreicht hat, fange ich gleich an. Auch wenn es jetzt schon ein Jahr her ist, mir war’s neu: Ernie und Bert gibt es in Amerika nicht mehr. Irgendwelche amerikanischen konservativen Organisationen haben beschlossen, dass zwei Sesamstraßen-Puppen nicht vor den Augen von Millionen Kindern in einem Zimmer schlafen können. Homosexualität und dann auch noch öffentlich, das darf nicht sein. So haben die Produzenten sich dem Druck gebeugt und Bert an Krebs sterben lassen.
Um mit der Neon-Frage zu sprechen: In was für einer Welt leben wir eigentlich?
(Mal abgesehen davon, wie absurd es ist, dass Ernie und Bert schwul sind und dass Kinder sich darüber Gedanken machen würden: Sind die eigentlich völlig bekloppt da drüben??)

Aber so richtig viel mit Frankreich zu tun hatte dieser Absatz ja zugegebenermaßen nicht und immerhin ist das hier ein Blog über Frankreich.
Also jetzt einiges über Frankreich, was nicht so verrückt ist wie (einige) Amerikaner, aber mir nichtsdestotrotz nicht aus dem Kopf geht:

Ich weiß immer noch nicht, warum sie es hier in Montpellier nicht hinkriegen, in der recht neuen Tram die Haltestellenansagen mit dem Tempo der Bahn in Einklang zu bringen. Ein paar Mal wäre ich schon viel zu spät ausgestiegen, weil die Tram ziemlich oft zwei Haltestellen hinterher hängt. Sollte von Euch jemand mal nach Montpellier kommen: attention.

Außerdem war ich gestern am Strand, was wirklich ganz schön war. Bei 20 Grad in der Sonne (im Schatten war’s sehr viel kälter) lagen dort (so nehme ich an) französische ältere Damen mit Lederhaut – im Bikini. So ein Durchhaltevermögen möchte ich mal haben. Aber so aussehen möchte ich später nicht.
Eine weitere Kuriosität: Der Name „Thorsten“ kann französisch ausgesprochen werden, wie ich gestern am Strand erfahren hab. Eine Frau rief ihren Hund so.

Dann kann ich mich immer noch nicht dran gewöhnen, dass die Tram-Fahrer an roten Ampeln (oder das Äquivalent dazu, die Busampeln haben bei uns ja auch keine Farben) einfach mal eben aussteigen und die Ampeln auf grün stellen, wenn’s ihnen zu lange dauert.
Oder ich extra durch die ganze Stadt fahre, um Sonntagmorgens schwimmen zu gehen und die Halle einfach mal geschlossen hat, weil irgendwelche nationalen Schwimmwettbewerbe stattfinden. Warum sollte man das im Internet auch ankündigen?

Ferner kommen einem hier wirklich die plumpesten Anmachsprüche zu Ohren. Als ich Samstag mit Lucia in Sète war, einer Kleinstadt am Meer, 15min mit dem TGV von Montpellier entfernt, hielt ein Auto mit 3 Männern neben uns an. Es entwickelte sich sinngemäß folgender Dialog: „Wo geht’s denn hier zur Innenstadt?“ – „Wissen wir nicht, wir sind selbst Touristen“ – „Ach super, steigt ein!“ Muss man da noch was zu sagen? An Selbstbewusstsein mangelt’s hier vielen nicht.

Das reicht dann aber auch für diesen Eintrag über Land und Leute. Über mein Praktikum sei noch gesagt, dass ich heute endlich Sequenzen angeschaut habe und etwas stupide Lücken gezählt habe. Morgen darf ich das Ganze dann per Hand in einem Stammbaum verpacken. Und bald gibt es dann dafür Computerprogramme.
Mit ECTS-Punkten (deren System ich als altmodische Magister-Studentin immer noch nicht so ganz durchschaut habe) sind sie übrigens sehr geizig hier. Aber ich denke, ich werde meine 18 für das Praktikum zusammen kriegen. Doch – wer hätte es erwartet – einen faulen Lenz machen werde ich mir hier dann wohl doch nicht. Egal, Uni fast am Meer hat auch was.

Und zum Schluss noch: Mein Vormieter hat mir versichert, dass meine Wohnung nach der Party am Freitag noch steht. Ich hab die Hälfte ja nicht mitbekommen, weil ich mal wieder die letzte Tram um 1h nehmen musste. Jetzt ist aber erwiesen, dass über 50 Leute gleichzeitig in die Wohnung passen. Die nächste Feier kann also kommen. Und das wird sie bestimmt.

Sonntag, 4. März 2007

Skifahren im Gruenen

Massenmail von Freitag, 02. Maerz 2007

Hallo Ihr alle,

ich hoffe, dieses Mal sind es nicht wieder zu viele Empfänger, dass ich unter Spam-Verdacht gerate. Vielleicht sollte ich mir wirklich mal einen Blog anlegen, das verhindert dann auch, dass Leute diese Mail bekommen, die sie gar nicht haben wollen.

Eigentlich sitze ich hier gerade im Büro und sollte mich vermutlich über mein Forschungsgebiet informieren, aber ich kann einfach keine Artikel mehr sehen, zumindest finde ich auch leider keine interessanten mehr zu meinem Thema. Aber heute nach der Mittagspause, in der sich die Profs jetzt übrigens schon befinden (deshalb kann ich hier ja einfach munter Mails schreiben), wird mir gesagt, an was genau ich wie forschen werde. Dann wird mir hoffentlich auch gezeigt, wie das Ganze abläuft. Zum Anthropologie-Studieren ist das hier wirklich themenmäßig nicht so der Hammer, vor allem, weil’s hier um Säugetierphylogenie geht. Ich wurde schon gestern von den Doktoranden gefragt, warum ich eigentlich Montpellier ausgesucht habe, wenn ich Anthropologie studiere. Ha, und die wissen noch nicht mal, dass ich auch noch Publizistik mache (und bald Psychologie, die Zusage ist gekommen). Aber sie kamen dann auch schnell zum Fazit, dass hier von allen Orten in Frankreich, die mir zur Auswahl standen, am meisten die Sonne scheint. Voilà.

Das soll jetzt nicht den Eindruck erwecken, dass mir das Studium hier nicht gefällt. Nur krieg ich so viel davon nicht mit, weil die meisten Vorlesungen eben schon angefangen haben. Aber ich sitze immerhin acht (!! Die sind verrückt! Vier (Schul)Stunden Vorlesungen am Stück, von 16.45-20h, zweimal die Woche) Stunden pro Woche in „Génétique et évolution de l’homme“. Immerhin kommt der Mensch im Titel vor und ich habe bis jetzt schon gemerkt, dass es auch wirklich um Menschen geht. Das meiste der beiden ersten Stunden haben ich somit auch wieder erkannt.
Ach ja, theoretisch soll ich dann noch ein Referat halten und was Schriftliches dazu abgeben und zum Ende noch eine Klausur. Ich überleg mir das dann noch mal in Ruhe mit der Klausur oder ob ich einfach so durchfalle, da ich den Schein nicht brauche.

Hier mein Praktikum hab ich übrigens meist so von 9-18h, zumindest geh ich einfach immer um 6, auch wenn der Rest noch da ist. Und dann halt noch die Vorlesung und ab nächster Woche setze ich mich mal an einer anderen Uni (die der Lettres, hier gegenüber) in eine Übersetzungsvorlesung mit rein. Denn mich will keiner im Sprachkurs haben. Die sind hier so was von chaotisch und bestehen so auf ihrer Bürokratie. Da denkt man, wenn man aus Deutschland kommt, ist man einiges gewöhnt, aber nein. Ist nicht so. Vielleicht haben die nicht mehr Bürokratie hier, aber sie sind auf jeden Fall chaotischer und noch uneinsichtiger.
Die Französischkurse an der Uni haben ein zu niedriges Niveau und erst nachdem ich mich gestern eine halbe Stunde lang beim „Pôle universitaire“ nicht habe abwimmeln lassen, konnte ich dann mal den Chef sprechen. Die Kurse hätten schon begonnen und man könne nicht mehr einsteigen, das hatten sie mir schon am Telefon (aus Deutschland) erzählt. Der Chef komischerweise (vielleicht war das auch nicht der Chef, aber in der Hierarchie höher, glaub ich, auf jeden Fall konnte er Französisch, was ja von Vorteil ist) meinte aber, das geht schon. Jetzt warte ich auf Antwort, wie das abläuft.

Ach ja, noch was zu den Franzosen: Die Professoren duzen einen hier konsequent. Ich will ja nicht spießig sein, aber irgendwie ist das komisch. Ich bin hier doch kein Schüler mehr, ich will ernst genommen werden!! Naja, die französischen Studenten sind ja auch noch jünger.

Nächste Woche zieh ich dann übrigens endlich um, heute Abend ist die Abschiedsparty von meinem Vormieter. Wir werden also heute Abend die Wohnung zerstören auf der Party... Nein, hoffentlich nicht.

Und wie ich schon in der letzten Mail angekündigt hatte, war ich ja Ski laufen. In den Cervennen. Auf 1400m mit kaum Schnee. Und grünen Pisten! (wobei ich jetzt nicht das Gras meine, sondern den Schwierigkeitsgrad) Das kenn ich gar nicht. Dummerweise hatten einige von uns (inklusive mir) am zweiten Tag die geniale Idee, wegen Regens, Sturms und Schnees lieber eine Wanderung zum Gipfel zu unternehmen als mal wieder mit Jeans Ski zu fahren. Ich glaube, wir hätten lieber Ski fahren sollen, denn so einen Schneesturm hab ich noch nicht erlebt. Und kein Auto hält an, um uns mitzunehmen!!

Dieses Wochenende geht’s dann mit einer Freundin nach Nimes und dann mal weitersehen. Ich freu mich jedenfalls schon auf den Feierabend.

Nun, dann macht’s mal gut, und wenn jemand weiß, wie das mit dem Blog geht und ob ich das auch hinkriege, wende der sich bitte an mich. Dann kann ich auch mal ein paar Bilder hochladen.

Bis bald,

Catherine

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Von Mummengreisen und ornithorynques

Massenmail von Dienstag, 20. Februar 2007

Salut à tous

Mal ehrlich: Wisst Ihr, was ein Mummengreis ist? Nein? Ich naemlich auch nicht. Aber ich weiss jetzt, was es auf Franzoesisch heisst, dank eines Textes ueber Phylogenie. Und was Schnabeltier heisst, hab ich auch gelernt, aber ob ich mir das merken kann, ist eine andere Frage.

Gut, das aber nur so nebenbei. Hier folgt also puenktlich eine Woche nach Ankunft die zweite Mail und - siehe da - es hat sich Einiges getan.

Erst einmal vergesst ab 10.03. bitte meine Adresse hier. Ich war naemlich letzte Woche dann doch mal draussen das Viertel erkunden und habe festgestellt, dass in der Naehe zwar ein Park ist, ansonsten die Gegend aber nicht so der Hit ist. Im Dunkeln auf dem Weg von der Tram nach Hause von komischen Leuten angesprochen zu werden, mag in Frankreich vielleicht normaler sein als in Deutschland, aber wohl ist mir dabei nicht, wenn ein Mann im Auto langsam neben mir herfaehrt, bis ich ihn anfauche, dass er mich in Ruhe lassen soll. Von anderen Erasmusstudenten hab ich mittlerweile gehoert, dass ihnen im Franzoesischkurs gesagt wurde, man solle das Viertel hier bei Dunkelheit meiden. Meine Guete, hab ich da wieder einen Glueckstreffer gelandet.

Aufgrund dieser Tatsache war meine freie Zeit seit meiner Ankunft auch gar nicht mehr frei, da ich versucht habe, eine Wohnung in der Innenstadt oder wenigstens in einem sicheren Viertel zu finden. Ihr glaubt gar nicht, was das fuer eine Odyssee war. Ich habe bestimmt 20 Wohnungen, das heisst Ein-Zimmer-Apartments und wenige WGs (gibt's hier echt nicht soooo oft), angeschaut. Die Kroenung war eine Frau gestern, die in ihrem unbeschreiblich chaotischen Haus tausend Mal betonte, dass sie schon seit 1989 Gastmutter ist. Wie sie die Leute bloss findet?
Auf der verzweifelten Suche nach geeigneten Anzeigen hab ich dann Freitag gleich eine Italienerin kennengelernt, die noch verzweifelter suchte als ich, weil sie in der Jugendherberge wohnt. Gut, das ist vielleicht ungefaehrlicher als hier, aber auch unbequemer und vermutlich teurer.
Jedenfalls haben wir die ganze Zeit gemeinsam suchend verbracht und gestern bin ich rein zufaellig auf die Wohnung von jemandem gestossen, dessen Erasmus-Aufenthalt am 10. Maerz zuende geht. Super Wohnung in der Innenstadt, moeubliert und alles, der Vermieter mag Deutsche, wunderbar, ich hab sie. Wenn Ihr mich also besuchen kommt, muesst Ihr nicht mehr in der Banlieue schlafen, sondern in einer super feschen Wohnung in einer total schoenen Strasse in der total schoenen Altstadt.
Die Italienerin hat uebrigens immer noch nichts gefunden.

Aber ein Gutes hatte das Ganze: Hemmungen, auf Franzoesisch zu telefonieren, hab ich jetzt bestimmt keine mehr.

Fuer die, die's interessiert, erzaehl ich noch mal kurz was von der Uni. Heute hat mein sogenanntes "stage de recherche" angefangen bei Prof. Douzery. Ich sitze mit ihm in einem Raum, oft kommt noch ein andere Professor vorbei (den Mainzer Anthropologen sei gesagt: da kann man glatt neidisch werden, die verstehen sich hier am Institut und gruessen sich sogar alle!!) und ich habe heute Nature Artikel gelesen. Erst mal wurde mir erklaert, dass ich an Indels (also Deletionen bzw. Insertionen in der DNA) arbeiten werde, um Marker zu finden, die fuer die Stammbaumrekonstruktion von Saeugetieren wichtig sind. Wie genau das nachher ablaeuft, habe ich noch nicht ganz verstanden, aber hoerte sich interessant an. Zum Schluss soll ich dann da auch noch nett einen Artikel drueber verfassen, ich werde also als beruehmte Wissenschaftlerin publizieren, ob Nature oder Science, ueberleg ich mir dann. (Schwachsinn!)Heute wurde mir aber erst mal ein Stapel Artikel gegeben, um mir Hintergrundwissen anzueignen. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich nicht mehr als zwei durchgearbeitet habe. Aber ich weiss ja auch nicht genau, wie gut ich sie verstehen muss. Der franzoesische ging uebrigens erstaunlicherweise leichter zu lesen als der englische, aber sonst sind alle englisch. Mein Englisch ist innerhalb von einer Woche schon verkuemmert, aber hoffentlich zu Gunsten des Franzoesischs.

Ach ja, und morgen kann ich mich dann hoffentlich endlich auch einschreiben und dann geht naechste Woche wohl sowas Tolles los wie Science et Musique. Und ich kann legal in der Mensa essen. Und ins Internet an der Uni. Uebrigens, Internet und Telefon werd ich ab dem 11. Maerz dann auch erst mal nicht zu Hause haben. Aber das ist mir mein Ueberleben wert.

Was gibt es sonst noch so zu sagen? Ueberall Akkordeonspieler, ich koennt mich glatt wohlfuehlen. Ich bin innerhalb von zwei Tagen viermal in der Bahn kontrolliert worden. Franzosen haben noch oefter ihr Handy am Ohr als Deutsche, zumindest hier. Wenn die Sonne scheint, kann man fast im T-Shirt rumlaufen. Naechstes Wochenende fahr ich trotzdem Ski mit der Erasmus-Organisation. Kosmetika (Deo und so) sind hier doppelt so teuer. Ich habe heute die gerade erstandene Sonnencreme in der Post liegen lassen.

Viele Gruesse,Catherine

Hier uebrigens ein Foto von meinem Balkon hier - leider etwas in die Laenge gezogen...

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Die Ankunft

Massenmail von Mittwoch, 14. Februar 2006

Hallo alle,

erst einmal sorry an die, bei denen ich mich nicht mehr persoenlich verabschiedet habe. Und fuer diejenigen unter ihnen, die jetzt nicht wissen, was Sache ist: ich bein fuer ein halbes Jahr in Frankreich seit gestern, und zwar in Montpellier.

Viel hab ich natuerlich noch nicht erlebt, was ich Euch hier grossartig berichten koennte, aber eines vorweg: ich bin gut angekommen und mittlerweile habe ich auch ausgeschlafen.

Meine italienische Mitbewohnerin ist echt sehr nett, sie hat mir gestern alles gezeigt, das war super. Gerade schlaeft sie noch, aber ich hoffe, sie wacht bald auf, denn sie wollte mir zeigen, wo hier der Supermarkt ist.
Die Wohnung an sich ist super, aber ich werde hier erst ma durchputzen. Mein Zimmer ist mittlerweile annehmbar und ich hoffe ganz stark, dass sich die Grundsauberkeit, die ich demnaechst versuche herzustellen, auch ein halbes Jahr halten wird... On verra, wie die Franzosen sagen.
A propos, Sprache war bisher kein Problem, aber ich hab mich ja nur smalltalkmaessig unterhalten, Uni faengt naechste Woche an.
Es sieht ganz so aus uebrigens als wuerde ich einen Kurs in "Science et musique" belegen. Absagen kann ich wohl nicht mehr, da ich bei der Mail an den Prof wohl so begeistert geklungen habe, dass er seinerseits begeistert von meiner Begeisterung war.

Ab morgen bin ich leider ein paar Tage hier alleine in der Wohnung, weil die Italienerin nach Italien faehrt und die andere Mitbewohnerin, naemlich aus Amerika, grad durch Frankreich tourt. Aber dann hab ich Zeit zum Putzen. ;)

Ach ja, sonst ist der einzige Nachteil an der Wohnung, dass sie echt ausserhalb ist. Zwanzig Minuten mit der Tram in die Innenstadt, aber das wusste ich ja schon vorher. Die Gegend drumrum scheint aber recht gruen, das werde ich auch noch erkunden.Und der Aufruf an alle: Kommt mich ruhig besuchen, ich hab zwar kein Riesenzimmer, aber wir haben auch noch ein Wohnzimmer. Vier Leute gleichzeitig passen also auf jeden Fall.

Ansonsten: Ich war gestern bei Ikea, juchuu. Und Montpellier scheint wirklich schoen zu sein, gestern sind manche schon im T-Shirt rumgelaufen. Aber an sich wars nur in der Sonne warm, aber fuer Februar schon eine Leistung.

Grusswort

EIGENTLICH hatte ich immer gedacht, ein Blog ueber mich, was soll das. Wen interessiert es schon grossartig, was ich tagtaeglich treibe, und vor allem: wen hat es ueberhaupt zu interessieren? Immerhin kann jeder, der zufaellig auf diese Seite kommt, den Blog lesen (ob er das dann macht, ist eine andere Frage)

Viele Leute haben mittlerweile Internetseiten und bei einigen frage ich mich nach wie vor wofuer. Wenn man selbst also darueber laestert, dass andere ihr Leben oder das, was sie dafuer ausgeben, exhibitionistisch im Web zur Schau stellen, sollte man es ihnen nicht nachtun.
Gut, aber manchmal ist Konsequenz nicht Staerke (manchmal, wohlgemerkt).

Ich persoenlich lese an sich aber gerne Blogs oder Massenmails von meinen Freunden, die sich irgendwo in der Welt aufhalten. Wenn ich nicht gerade die Blogadresse verloren habe, denn Adressen einsortieren und wiederfinden ist auch nicht meine Staerke.

(Voilà, man sieht schon, ich breite hier direkt im Internet fuer alle lesbar meine Schwaechen aus.)

Jedenfalls hab ich mich jetzt doch gegen Massenmails und fuer einen Blog entschieden, weil man hier auch Bilder hochladen kann. Und da ich gerade fuer ein halbes Jahr in Frankreich weile, genau genommen Montpellier, bietet es sich doch an, dies auch zu bebildern. Damit jeder einfach an meinem ausserordentlich interessanten und wichtigen Leben teilhaben kann, egal, ob er mich kennt oder nicht.

Nun denn, viel Spass beim Lesen und nicht vergessen: Mails bekomme ich trotzdem weiterhin gerne.

PS: Gerne stosse ich Diskussionen darueber an, ob es der, die oder das Blog heisst. Ich weiss es naemlich nicht.