Ist doch irgendwie alles blöd. Ich bin in Südfrankreich (!!) und es regnet in Strömen, eigentlich seit 3 Tagen. Und außerdem ist mein Computer immer noch kaputt, was daran liegen könnte, dass ich noch in keiner Werkstatt war, um ihn reparieren zu lassen. Für die, die’s interessiert:
Eines schönen Tages Ende April beschloss „Catherines Computer“, dass 3 Jahre Laufzeit genug wären. Er schaltete seinen Bildschirm aus und streikte (schließlich war er hier in Frankreich, wo Streiken alltäglich ist). Wenn er sich widerwillig doch anschalten ließ, stellte er sich selbst nach 5-90 Minuten (da war er ganz flexibel) wieder aus. Der von mir um Hilfe angeflehte Unitechniker ließ sich erweichen, den Computer zu untersuchen. Er kam zum Ergebnis, dass irgendetwas kaputt sein müsste an der Hardware, aber auch nach Öffnen des Laptops wurde nicht klar, was das ist. Demnach werde ich noch einmal die pages jaunes hier nach Computerwerkstätten durchforsten und schauen, ob mir jemand helfen kann, ohne dass ein neuer Computer preiswerter wäre. Auf diese Odyssee freue ich mich auch schon ganz furchtbar, schließlich war es ja auch überhaupt kein Problem, letztens einen Arzt für mein Bein zu finden... Mit Bilderhochladen wird das hier jetzt also erst mal nichts mehr, bis ich wieder irgendwann einen eigenen Computer habe.
Jetzt bin ich nämlich gerade in der Uni und warte nebenher, dass das Programm die Indel-Sequenzen von Chromosom 22 kodiert. Und das dauert. Aber immerhin: ich habe neue Daten, mit denen ich arbeiten und arbres phylogénétiques erstellen kann! Das ist nicht soo selbstverständlich, denn zwischenzeitlich verlief meine Arbeit etwas schleppend.
Deshalb hatte ich auch kein schlechtes Gewissen, die Brücke zu machen („faire le pont“) am nächsten Montag, 7. Mai. Am Dienstag ist nämlich Feiertag hier (Kriegsende) und irgendwann muss man ja noch mal die Nähe zu Barcelona nutzen! Deswegen fahr ich Samstag mit Karo (auch aus Mainz) mit dem Bus nach Barcelona und Dienstag zurück. So richtig viel Zeit werden wir wegen des merkwürdigen Busfahrplans (wir fahren mit Eurolines) nicht haben, aber das wird schon. Bis jetzt sind wir auch noch obdachlos, aber da sind wir auch optimistisch. Immerhin soll’s in Barcelona nicht regnen.
Und zur Camargue: dass ich nicht vom Pferd gefallen bin, hatte ich ja schon verraten. Aber das wäre auch eine Meisterleistung gewesen, schließlich trotteten 25 Pferde Schnauze an Hintern eine Stunde lang hintereinander her. Die taten mir echt Leid, das muss für die ja noch langweiliger sein als für ihre Reiter. Aber der Ausflug an sich war ganz nett, ich hab mir schön die Kopfhaut verbrannt und wir waren bei einer Bootstour im Hafen von „La Grande Motte“, einem bei Franzosen beliebten Urlaubsort. Ich würde Euch gerne Fotos davon zeigen, denn so viele hässliche Betonbauten auf einmal habe ich noch nie gesehen. Schrecklich, wirklich!!
Was es noch über Frankreich zu sagen gibt: Wenn ich die Radiostimme richtig verstanden hab, waren sowohl Ségolène Royal als auch Nicolas Sarkozy diese Woche in Montpellier. In der Uni wird eifrig darüber diskutiert, wer das kleinere Übel ist (aber es gibt auch richtige Verfechter beider Lager). Den Wahlsonntag habe ich am Strand verbracht, der auch relativ voll war, dafûr, dass echt verdammt viele Franzosen wählen gegangen sein müssen. Diesen Sonntag, bei der zweiten und entscheidenden Runde (nämlich der Entscheidung zwischen „Ségo“ und „Sarko“), werde ich ja in Spanien sein. Und das Fernsehduell der beiden am Mittwochabend hab ich auch nicht mitbekommen, denn ich war auf einem Konzert der Gruppe „Naast“. Sind noch ganz jung und immerhin hat eine Freundin Werbung für das Konzert im Fernsehen gesehen – anscheinend sind sie also nicht unbekannt. Die Musik war auch echt OK.
Ansonsten bereite ich mich seelisch darauf vor, nächsten Freitag ein Referat halten zu müssen. An einem Termin, an dem eigentlich gar kein Kurs ist, weil die Professorin, die dieses Referat betreut, an den angesetzten Referatsterminen nicht konnte. Mittlerweile müssen auch sämtliche Kursteilnehmer anwesend sein, aber ich hoffe, es wissen noch nicht alle, dass das meine Schuld ist. Anstatt nämlich einfach zu akzeptieren, dass es in Frankreich halt so ist, dass man auch mal ein Referat nur vor der Professorin hält (weil die keine Zeit hatte an den anderen Terminen wie gesagt), sagte ich, in Deutschland sei das ja ganz anders. Damit wollte ich allerdings NICHT erreichen, dass jetzt alle antanzen müssen, obwohl der letzte Termin des Kurses eigentlich einen Tag vorher ist. Ich glaube, alle werden mich lieben, vor allem, weil das Referat das schlechteste meines Lebens werden wird. Aber das kann man ja auf die Sprache schieben.
Dieses Mal werde ich also keine Angst vor Pferden haben müssen, sondern vor eventuell auf mich aufmerksam gewordenen französischen Kommilitonen. Ein Bericht folgt in Kürze. Hoffentlich.
3 Kommentare:
soso, da bin ich ja mal gespannt auf den nächsten Bericht (mit dem eventuell auf dich aufmerksam gewordenen Kommilitonen :-) )
Liebe Grüße!!! Danni
hach scheiß, ich kriegs die ganze zeit net auf die reihe anzurufen, geschweige denn zu smsen. ficken ey, nee im moment weiß ich einfach nicht wie dringend das alles ist, was ich wollte. ging um die wohnung und josefs auszug und so...
Hi Catherine,
endlich schaffe ich es, dich auf dieser echt schönen Seite zu besuchen. Die letzten Wochen waren sehr vom Abitur geprägt, was aber jetzt zu (hoffentlich) aller Zufriedenheit abgeschlossen ist.
Wie lebt es sich denn so unter Sarko und seinem Hochdruckreiniger?
Erstmal war ja am vergangenen Mittwoch das Schanzenviertel in Hamburg dran; dort sind wegen des bevorstehenden G8-Gipfels großflächig Razzien durchgeführt worden.
Hatte eigentlich beschlossen, beim Gipfel zu demonstrieren, habe aber von verschiedenen Seiten zu hören bekommen, dass man das ab einem bestimmten Alter nicht mehr macht.
Die eine Stadt auf deinen Fotos ist doch St. Homburge sur-le-montagne, richtig?
Gerade gab es dort leckeren Spargel mit Sauce Hollandaise, leider genauso gefährlich wie die italienischen Kuchen.
Weiterhin eine schöne Zeit, auch wenn eine von 30 Wochen mal verregnet ist...
Kerstin
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