Donnerstag, 12. Juli 2007

Worms! Worms! Worms!

Ja, ich gestehe: Ich habe den neuen Harry-Potter-Film geschaut. Ich gestehe ferner: direkt am ersten Abend. Aber konnte ich ahnen, dass ich mit lauter Harry-Potter-Fans vor dem Kino stehen und ungeduldig auf Einlass warten würde? Wobei mir dieser Film absolut nicht wichtig ist. Ich wollte nur unbedingt meine neun Kinotickets loswerden, die ich mir von abreisenden Freunden hatte aufschwatzen lassen. Also gut, Harry Potter. Auf Englisch. Erster Abend. Das war das erste Mal, dass ich hier in einem wirklich vollen Kino war. Zudem auch noch mit lauter Ausländern. Meine Güte, Skandal! Zum Schluss wurde sogar geklatscht, als wenn ein Mallorca-Ferienflieger heil gelandet wäre. Aber man muss das alles als Erfahrung sehen.

Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich zum Ausgleich auch in der Oper war. Im Moment ist das Festival von Radio France und/in Montpellier. Lauter Konzerte und Opern und andere Musik, zweieinhalb Wochen lang. Eine tolle Gelegenheit, das mir ebenfalls aufgeschwatzte Opernabonnement zu nutzen. Die Oper „Germania“ (von Alceto Franchetti, falls ich das hier grad richtig entziffere) und allgemein die Veranstaltungen des Festivals zählen aber nicht zum Abo, was wir an der Kasse erfuhren. Glücklicherweise wurde uns aber von Fremden eine Karte geschenkt, so dass wir den Preis der anderen teilen konnten. Außerdem war es so leer, dass wir uns nach der Pause hinsetzen konnten, wo wir wollten. Und zum ersten Mal wurde mir bei dieser Oper klar, warum in so vielen Krimis in der Oper gemordet wird. (Zumindest ist das mein Eindruck. Und selbst wenn er nicht stimmt: es IST eine gute Idee!) Lauter diese kleinen Logen, in der ich auch ganz oben saß, da merkt doch keiner, wenn einem ein Phantom ein Messer in den Rücken rammt… Gut, vielleicht sollte ich mich vorher mit dem Plot vom Phantom der Oper auseinandersetzen, bevor ich von Zuschauertöten rede. Vielleicht sollte ich auch noch einmal versichern, dass ich keine abartigen Phantasien habe.
Die Oper hat mich übrigens überrascht, zwar ohne Verkleidungen und so, dafür mit ganz toller Musik. Ich habe sogar „Weißt du wie viel Sterlein stehen“ erkannt. Auch wenn das auf Italienisch irgendwie anders ging. Die Story, falls es eine gab, habe ich leider nicht mitbekommen, obwohl auf einer Anzeigetafel über der Bühne die französische Übersetzung der Texte zu lesen war. Aber es ging irgendwie um Worms, zumindest fiel dieses Wort häufiger.

Die letzten Tage standen also ganz im Zeichen der Musik. Die nuit celtique am letzten Freitag war einfach der Hammer. Da hört man doch irische Musik in Frankreich! Außerdem ganz viele bretonische Lieder z.B. von Tri Yann. Das sind ältere Musiker aus der Bretagne, die auf der Bühne ziemlich abgehen und dessen „Frontman“ immer Witze reizt, die ich nicht verstehe, aber zu denen alle lachen. Stimmung haben die schon gemacht, aber für mich waren sie die Enttäuschung des Abends. So ganz sauber war die Musik dann nämlich doch nicht, aber, hey, ich werde anscheinend zu anspruchsvoll. Kann ja nicht gut sein, so viel Kultur.
In jedem Falle war es total schön, total warm, sternenklarer Himmel und gute Musik, denn es waren insgesamt fünf Gruppen da. Wunderbar. Südfrankreich, yeah!

In eben dem Südfrankreich hab ich mir am Samstag den Buckel verbrannt. Mittlerweile ist das Rot etwas abgeklungen und wandelt sich mürrisch in braun. Tja, das kommt davon, wenn man den Sonnenschirm am Strand nicht effektiv nutzt und zudem die Sonnencreme zum Nachschmieren zu Hause vergisst.

Sonntag war ich dann also nicht nur wegen des Wetters nicht am Strand, sondern auch wegen meines Rückens. Stattdessen waren wir in Sète, für mich war das mittlerweile das dritte Mal. Aber dafür war es das erste Mal, dass ich die Joutes Nautiques gesehen habe. Im Hafen von Sète zwei Boote mit lauter Männern, von denen die Hälfte rudert und die andere Hälfte auf so einer Art Leiter sitzt, mit weißen Socken. Schuhe wären auch unpraktisch, denn einer nach dem anderen wird von dem gegnerischen Boot ins Wasser gestoßen. Das ist so eine Art Lanzenkampf zu Boot. Immer, wenn einer runter fällt, rückt der nächste nach. Irre. Das ist wohl Frankreich. Südfrankreich.

PS: Bilder werden bald hochgeladen, das Internet ist im Moment einfach zu langsam hier.

+++ UPDATE : BILDER +++

Nuit Celtique in Gignac. Ja, die Leute tanzten wirklich in Reihen, war voll cool.
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Tri Yann und eine irische Band:
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Joutes Nautiques im Hafen von Sète:
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Und, weil's doch immer wieder schön ist, Montpellier bei Abenddämmerung:
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4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

noch 34 Tage, dann kann ich das alles mit eigenen Augen sehen...
vor allem Montpellier in Abendstimmung :-)
LG, Danni

Anonym hat gesagt…

Ich war gestern auch in Harry Potter, fand den auch echt gut :-)

Anonym hat gesagt…

... und ich hab auch noch das Buch gelesen, unglaublich! Ich verkomme hier wirklich.
Wer ist denn dieser anonyme Schreiber?
Im Laufe der Woche gibt's dann hier übrigens mehr Bilder.

Anonym hat gesagt…

ich! :-)
Danni