Mittwoch, 16. Mai 2007
Es war das schrecklichste...
Referat, das ich je in meinem Leben gehalten habe. Aber das hatte ich ja schon vorher nahezu gewusst. Meine Güte, Respekt an die Franzosen, die sich das stillschweigend angehört haben. Es waren dann übrigens doch nur die andere beiden Gruppen und zwei Profs da. Ich hätte gar keine Angst haben müssen, denn wenn die Anwesenheit nicht kontrolliert wird, kommt hier eben keiner. Also gar keiner. In diesem speziellen Fall konnte ich das auch gut nachvollziehen.
Nach dem Referat hat der eine Prof uns immerhin mitleidig gelobt, weil wir das doch so toll auf Französisch gehalten habe. Die Fragen danach haben wir entweder nicht begriffen oder so getan, als wenn wir sie nicht verstanden hätten, weil wir die Antworten nicht wussten. Allerdings muss ich zu meiner Verteidigung sagen, dass die Professorin mich auch nicht verstanden hat.
Zur Veranschaulichung hier ein Auszug aus der Fragerunde nach dem Referat:
Sie : « Quels outils utilisait Homo ergaster? » (Welche Werkzeuge benutzte H. ergaster?)
Ich (mich vergewissernd, ob sie die bearbeiteten Steine meinte): „Vous parlez des pierres? »
Sie: „Non“
Ich (dümmlich): „Vous ne pensez pas aux pierres?“
Sie (verwirrt): „Non!“
Ich (mittlerweile doch sehr zweifelnd): „Vous en êtes sûres?“
Sie (langsam entnervt): „Oui“
...
So ging das noch etwas weiter, bis ich rausgefunden hab, dass sie die ganze Zeit „pieds“, also Füße, verstanden hat. Nun bitte saget mir, warum sollte der gute Homo ergaster Füße als Werkzeug benutzt haben? Also ganz so doof bin ich ja nun auch nicht und er vermutlich auch nicht. Und wenn er Knochen benutzt hat zum Beispiel, dann sag ich doch nicht Füße??
Aber lasst uns nicht weiter drüber reden, wenn wir den Dummi-Bonus der Erasmus-Studenten bekommen, dürften wir bestanden haben.
Soweit also zur Uni, in der ich ansonsten bei meinem stage munter weiter vorm Computer sitze und immer mehr fasziniert vom Thema bin und vor allem davon, dass der Computer mittlerweile öfter das macht, was ich will. Es gibt langsam Ergebnisse, und es macht wirklich grad Spaß. Außerdem hat mein Prof mich letztens gefragt, ob ich nicht noch länger bleiben möchte oder noch mal ein Praktikum dort machen möchte, um das Projekt fortzuführen. Ich war zugegebenermassen etwas verwirrt, weil er als Grund meine gute Arbeit angab und die tollen Ergebnisse (anscheinend ist das der kulturelle Unterschied: ich hab das Gefühl, hier noch nicht so richtig viel gemacht zu haben in den ersten Wochen), war aber auf der anderen Seite auch geschmeichelt.
Und dann ist ja nebenbei immer noch Reisen angesagt. In Barcelona war’s wirklich super, und – vielen Dank an den edlen Spender dieses Wortspiels – eine Mordsgaudi (da ich den Accent hier auf der Tastatur nicht finde, kommt das grad noch besser). Gaudi überall, dieser spanische (bzw. katalanische, da legen viele ja Wert drauf) Architekt, der 1926 von einer Straßenbahn überrollt wurde. Über diese Todesursache haben sich aber sämtliche Informationsstände in den Gebäuden, die wir von ihm besichtigt haben, ausgeschwiegen. Aber wir haben’s wirklich im Reiseführer gelesen.
Beeindruckend war natürlich auch die Sagrada Familia (ich schenke mir jetzt sämtliche Accents in diesem Text), eine riesige Kirche, an der schon seit über 100 Jahren gebaut wird. Hat Gaudi nie zuende gebracht und so wie’s aussieht, wird das auch in den nächsten Jahren nichts werden. Trotzdem rennen da jeden Tag Touristenströme (inklusive uns) durch und wundern sich, dass man innen vor lauter Baugerüsten kaum was sieht.
Barcelona ist auf jeden Fall eine total tolle Stadt und nach der ersten Nacht in einer merkwürdigen Absteige, in der wir vorm Schlafengehen Tür und Fenster mit Tisch und Stuhl blockiert haben, konnten wir’s noch mehr genießen, weil wir ein gemütliches Hostel gefunden hatten.
Dem guten alten Mittelmeer haben wir natürlich auch in Spanien einen Besuch abgestattet und ansonsten hoffe ich, dass ich Euch bald mit Bildern dieser Stadt beglücken kann. Übrigens hat sich mein Fotoapparat dem Laptop angeschlossen und funktioniert ebenfalls nicht mehr. Gott sei Dank hat immer jemand eine Kamera dabei.
Da das Reisefieber uns ja auch nach Barcelona noch nicht losgelassen hatte, waren wir dieses Wochenende in Aix-en-Provence und Marseille. Aix war wirklich sehr schön und lustigerweise haben wir dort eine irische Erasmus-Studentin getroffen. Genauer gesagt saßen wir ihr im Zug gegenüber, was, da wir sie kannten und die Tickets nicht zusammen gekauft hatten, schon ein großer Zufall war. In Aix möchte ich nicht leben, ein bisschen zu touristisch, aber für einen Tag war es sehr schön und ich habe zum ersten Mal in Frankreich Pizza gegessen, die wie vom Italiener geschmeckt hat (war sie auch).
Am Sonntag sind wir dann von Aix nach Marseille – wo überall Müll rumlag. Das war mein zweiter Marseille-Aufenthalt und für dieses Jahr vermutlich auch mein letzter. Vielen Leuten gefällt diese Stadt nicht, aber ich habe auch schon welche getroffen, denen sie außerordentlich gut gefallen hat. Bei uns stand die Reise nach Marseille anscheinend unter einem schlechten Stern. Erstens konnten wir nicht mit dem Boot zum Chateau d’If fahren, das auf einer kleinen Insel vor Marseille liegt, weil es zu windig war. Also haben wir die Insel, auf der der Graf von Monte Cristo einsaß, von einer anderen Insel (Iles des Friouls) bewundert, zu der man auch bei hohem Wellengang fahren konnten. Glücklicherweise haben wir keinen Platz auf dem oberen Deck bekommen und konnten uns so über die Menschen lustig machen, die während der Fahrt wegen des Wellengangs dort klitsch nass geworden waren. Die Insel war sehr schön, aber viel zu sehen gab’s da auch nicht. Bilder folgen hoffentlich.
Der zweite Reinfall war – abgesehen von unseren malträtierten Füßen – die Kathedrale. Sie sah wunderschön aus mit ihren Kuppeln und dem gestreiften Muster (Kunstkenner mögen mir diese stümperhafte Beschreibung verzeihen). Nur leider hatte sie zu. Keiner weiß, warum. Danach hatten wir die Nase voll und sind wieder nach Montpellier gefahren, wo schlechtes Wetter war, das bis heute anhält.
Aber nicht, dass es den Eindruck macht, hier hätte es zwei Wochen lang nur geregnet. Am Wochenende zum Beispiel war es richtig, richtig schön warm. Hoffentlich wird das wieder genauso, wenn wir Samstag nach Toulouse fahren. Das Reisefieber hat uns nämlich immer noch voll im Griff.
Nach dem Referat hat der eine Prof uns immerhin mitleidig gelobt, weil wir das doch so toll auf Französisch gehalten habe. Die Fragen danach haben wir entweder nicht begriffen oder so getan, als wenn wir sie nicht verstanden hätten, weil wir die Antworten nicht wussten. Allerdings muss ich zu meiner Verteidigung sagen, dass die Professorin mich auch nicht verstanden hat.
Zur Veranschaulichung hier ein Auszug aus der Fragerunde nach dem Referat:
Sie : « Quels outils utilisait Homo ergaster? » (Welche Werkzeuge benutzte H. ergaster?)
Ich (mich vergewissernd, ob sie die bearbeiteten Steine meinte): „Vous parlez des pierres? »
Sie: „Non“
Ich (dümmlich): „Vous ne pensez pas aux pierres?“
Sie (verwirrt): „Non!“
Ich (mittlerweile doch sehr zweifelnd): „Vous en êtes sûres?“
Sie (langsam entnervt): „Oui“
...
So ging das noch etwas weiter, bis ich rausgefunden hab, dass sie die ganze Zeit „pieds“, also Füße, verstanden hat. Nun bitte saget mir, warum sollte der gute Homo ergaster Füße als Werkzeug benutzt haben? Also ganz so doof bin ich ja nun auch nicht und er vermutlich auch nicht. Und wenn er Knochen benutzt hat zum Beispiel, dann sag ich doch nicht Füße??
Aber lasst uns nicht weiter drüber reden, wenn wir den Dummi-Bonus der Erasmus-Studenten bekommen, dürften wir bestanden haben.
Soweit also zur Uni, in der ich ansonsten bei meinem stage munter weiter vorm Computer sitze und immer mehr fasziniert vom Thema bin und vor allem davon, dass der Computer mittlerweile öfter das macht, was ich will. Es gibt langsam Ergebnisse, und es macht wirklich grad Spaß. Außerdem hat mein Prof mich letztens gefragt, ob ich nicht noch länger bleiben möchte oder noch mal ein Praktikum dort machen möchte, um das Projekt fortzuführen. Ich war zugegebenermassen etwas verwirrt, weil er als Grund meine gute Arbeit angab und die tollen Ergebnisse (anscheinend ist das der kulturelle Unterschied: ich hab das Gefühl, hier noch nicht so richtig viel gemacht zu haben in den ersten Wochen), war aber auf der anderen Seite auch geschmeichelt.
Und dann ist ja nebenbei immer noch Reisen angesagt. In Barcelona war’s wirklich super, und – vielen Dank an den edlen Spender dieses Wortspiels – eine Mordsgaudi (da ich den Accent hier auf der Tastatur nicht finde, kommt das grad noch besser). Gaudi überall, dieser spanische (bzw. katalanische, da legen viele ja Wert drauf) Architekt, der 1926 von einer Straßenbahn überrollt wurde. Über diese Todesursache haben sich aber sämtliche Informationsstände in den Gebäuden, die wir von ihm besichtigt haben, ausgeschwiegen. Aber wir haben’s wirklich im Reiseführer gelesen.
Beeindruckend war natürlich auch die Sagrada Familia (ich schenke mir jetzt sämtliche Accents in diesem Text), eine riesige Kirche, an der schon seit über 100 Jahren gebaut wird. Hat Gaudi nie zuende gebracht und so wie’s aussieht, wird das auch in den nächsten Jahren nichts werden. Trotzdem rennen da jeden Tag Touristenströme (inklusive uns) durch und wundern sich, dass man innen vor lauter Baugerüsten kaum was sieht.
Barcelona ist auf jeden Fall eine total tolle Stadt und nach der ersten Nacht in einer merkwürdigen Absteige, in der wir vorm Schlafengehen Tür und Fenster mit Tisch und Stuhl blockiert haben, konnten wir’s noch mehr genießen, weil wir ein gemütliches Hostel gefunden hatten.
Dem guten alten Mittelmeer haben wir natürlich auch in Spanien einen Besuch abgestattet und ansonsten hoffe ich, dass ich Euch bald mit Bildern dieser Stadt beglücken kann. Übrigens hat sich mein Fotoapparat dem Laptop angeschlossen und funktioniert ebenfalls nicht mehr. Gott sei Dank hat immer jemand eine Kamera dabei.
Da das Reisefieber uns ja auch nach Barcelona noch nicht losgelassen hatte, waren wir dieses Wochenende in Aix-en-Provence und Marseille. Aix war wirklich sehr schön und lustigerweise haben wir dort eine irische Erasmus-Studentin getroffen. Genauer gesagt saßen wir ihr im Zug gegenüber, was, da wir sie kannten und die Tickets nicht zusammen gekauft hatten, schon ein großer Zufall war. In Aix möchte ich nicht leben, ein bisschen zu touristisch, aber für einen Tag war es sehr schön und ich habe zum ersten Mal in Frankreich Pizza gegessen, die wie vom Italiener geschmeckt hat (war sie auch).
Am Sonntag sind wir dann von Aix nach Marseille – wo überall Müll rumlag. Das war mein zweiter Marseille-Aufenthalt und für dieses Jahr vermutlich auch mein letzter. Vielen Leuten gefällt diese Stadt nicht, aber ich habe auch schon welche getroffen, denen sie außerordentlich gut gefallen hat. Bei uns stand die Reise nach Marseille anscheinend unter einem schlechten Stern. Erstens konnten wir nicht mit dem Boot zum Chateau d’If fahren, das auf einer kleinen Insel vor Marseille liegt, weil es zu windig war. Also haben wir die Insel, auf der der Graf von Monte Cristo einsaß, von einer anderen Insel (Iles des Friouls) bewundert, zu der man auch bei hohem Wellengang fahren konnten. Glücklicherweise haben wir keinen Platz auf dem oberen Deck bekommen und konnten uns so über die Menschen lustig machen, die während der Fahrt wegen des Wellengangs dort klitsch nass geworden waren. Die Insel war sehr schön, aber viel zu sehen gab’s da auch nicht. Bilder folgen hoffentlich.
Der zweite Reinfall war – abgesehen von unseren malträtierten Füßen – die Kathedrale. Sie sah wunderschön aus mit ihren Kuppeln und dem gestreiften Muster (Kunstkenner mögen mir diese stümperhafte Beschreibung verzeihen). Nur leider hatte sie zu. Keiner weiß, warum. Danach hatten wir die Nase voll und sind wieder nach Montpellier gefahren, wo schlechtes Wetter war, das bis heute anhält.
Aber nicht, dass es den Eindruck macht, hier hätte es zwei Wochen lang nur geregnet. Am Wochenende zum Beispiel war es richtig, richtig schön warm. Hoffentlich wird das wieder genauso, wenn wir Samstag nach Toulouse fahren. Das Reisefieber hat uns nämlich immer noch voll im Griff.
Freitag, 4. Mai 2007
Die Stadt der Sonne??
Ist doch irgendwie alles blöd. Ich bin in Südfrankreich (!!) und es regnet in Strömen, eigentlich seit 3 Tagen. Und außerdem ist mein Computer immer noch kaputt, was daran liegen könnte, dass ich noch in keiner Werkstatt war, um ihn reparieren zu lassen. Für die, die’s interessiert:
Eines schönen Tages Ende April beschloss „Catherines Computer“, dass 3 Jahre Laufzeit genug wären. Er schaltete seinen Bildschirm aus und streikte (schließlich war er hier in Frankreich, wo Streiken alltäglich ist). Wenn er sich widerwillig doch anschalten ließ, stellte er sich selbst nach 5-90 Minuten (da war er ganz flexibel) wieder aus. Der von mir um Hilfe angeflehte Unitechniker ließ sich erweichen, den Computer zu untersuchen. Er kam zum Ergebnis, dass irgendetwas kaputt sein müsste an der Hardware, aber auch nach Öffnen des Laptops wurde nicht klar, was das ist. Demnach werde ich noch einmal die pages jaunes hier nach Computerwerkstätten durchforsten und schauen, ob mir jemand helfen kann, ohne dass ein neuer Computer preiswerter wäre. Auf diese Odyssee freue ich mich auch schon ganz furchtbar, schließlich war es ja auch überhaupt kein Problem, letztens einen Arzt für mein Bein zu finden... Mit Bilderhochladen wird das hier jetzt also erst mal nichts mehr, bis ich wieder irgendwann einen eigenen Computer habe.
Jetzt bin ich nämlich gerade in der Uni und warte nebenher, dass das Programm die Indel-Sequenzen von Chromosom 22 kodiert. Und das dauert. Aber immerhin: ich habe neue Daten, mit denen ich arbeiten und arbres phylogénétiques erstellen kann! Das ist nicht soo selbstverständlich, denn zwischenzeitlich verlief meine Arbeit etwas schleppend.
Deshalb hatte ich auch kein schlechtes Gewissen, die Brücke zu machen („faire le pont“) am nächsten Montag, 7. Mai. Am Dienstag ist nämlich Feiertag hier (Kriegsende) und irgendwann muss man ja noch mal die Nähe zu Barcelona nutzen! Deswegen fahr ich Samstag mit Karo (auch aus Mainz) mit dem Bus nach Barcelona und Dienstag zurück. So richtig viel Zeit werden wir wegen des merkwürdigen Busfahrplans (wir fahren mit Eurolines) nicht haben, aber das wird schon. Bis jetzt sind wir auch noch obdachlos, aber da sind wir auch optimistisch. Immerhin soll’s in Barcelona nicht regnen.
Und zur Camargue: dass ich nicht vom Pferd gefallen bin, hatte ich ja schon verraten. Aber das wäre auch eine Meisterleistung gewesen, schließlich trotteten 25 Pferde Schnauze an Hintern eine Stunde lang hintereinander her. Die taten mir echt Leid, das muss für die ja noch langweiliger sein als für ihre Reiter. Aber der Ausflug an sich war ganz nett, ich hab mir schön die Kopfhaut verbrannt und wir waren bei einer Bootstour im Hafen von „La Grande Motte“, einem bei Franzosen beliebten Urlaubsort. Ich würde Euch gerne Fotos davon zeigen, denn so viele hässliche Betonbauten auf einmal habe ich noch nie gesehen. Schrecklich, wirklich!!
Was es noch über Frankreich zu sagen gibt: Wenn ich die Radiostimme richtig verstanden hab, waren sowohl Ségolène Royal als auch Nicolas Sarkozy diese Woche in Montpellier. In der Uni wird eifrig darüber diskutiert, wer das kleinere Übel ist (aber es gibt auch richtige Verfechter beider Lager). Den Wahlsonntag habe ich am Strand verbracht, der auch relativ voll war, dafûr, dass echt verdammt viele Franzosen wählen gegangen sein müssen. Diesen Sonntag, bei der zweiten und entscheidenden Runde (nämlich der Entscheidung zwischen „Ségo“ und „Sarko“), werde ich ja in Spanien sein. Und das Fernsehduell der beiden am Mittwochabend hab ich auch nicht mitbekommen, denn ich war auf einem Konzert der Gruppe „Naast“. Sind noch ganz jung und immerhin hat eine Freundin Werbung für das Konzert im Fernsehen gesehen – anscheinend sind sie also nicht unbekannt. Die Musik war auch echt OK.
Ansonsten bereite ich mich seelisch darauf vor, nächsten Freitag ein Referat halten zu müssen. An einem Termin, an dem eigentlich gar kein Kurs ist, weil die Professorin, die dieses Referat betreut, an den angesetzten Referatsterminen nicht konnte. Mittlerweile müssen auch sämtliche Kursteilnehmer anwesend sein, aber ich hoffe, es wissen noch nicht alle, dass das meine Schuld ist. Anstatt nämlich einfach zu akzeptieren, dass es in Frankreich halt so ist, dass man auch mal ein Referat nur vor der Professorin hält (weil die keine Zeit hatte an den anderen Terminen wie gesagt), sagte ich, in Deutschland sei das ja ganz anders. Damit wollte ich allerdings NICHT erreichen, dass jetzt alle antanzen müssen, obwohl der letzte Termin des Kurses eigentlich einen Tag vorher ist. Ich glaube, alle werden mich lieben, vor allem, weil das Referat das schlechteste meines Lebens werden wird. Aber das kann man ja auf die Sprache schieben.
Dieses Mal werde ich also keine Angst vor Pferden haben müssen, sondern vor eventuell auf mich aufmerksam gewordenen französischen Kommilitonen. Ein Bericht folgt in Kürze. Hoffentlich.
Eines schönen Tages Ende April beschloss „Catherines Computer“, dass 3 Jahre Laufzeit genug wären. Er schaltete seinen Bildschirm aus und streikte (schließlich war er hier in Frankreich, wo Streiken alltäglich ist). Wenn er sich widerwillig doch anschalten ließ, stellte er sich selbst nach 5-90 Minuten (da war er ganz flexibel) wieder aus. Der von mir um Hilfe angeflehte Unitechniker ließ sich erweichen, den Computer zu untersuchen. Er kam zum Ergebnis, dass irgendetwas kaputt sein müsste an der Hardware, aber auch nach Öffnen des Laptops wurde nicht klar, was das ist. Demnach werde ich noch einmal die pages jaunes hier nach Computerwerkstätten durchforsten und schauen, ob mir jemand helfen kann, ohne dass ein neuer Computer preiswerter wäre. Auf diese Odyssee freue ich mich auch schon ganz furchtbar, schließlich war es ja auch überhaupt kein Problem, letztens einen Arzt für mein Bein zu finden... Mit Bilderhochladen wird das hier jetzt also erst mal nichts mehr, bis ich wieder irgendwann einen eigenen Computer habe.
Jetzt bin ich nämlich gerade in der Uni und warte nebenher, dass das Programm die Indel-Sequenzen von Chromosom 22 kodiert. Und das dauert. Aber immerhin: ich habe neue Daten, mit denen ich arbeiten und arbres phylogénétiques erstellen kann! Das ist nicht soo selbstverständlich, denn zwischenzeitlich verlief meine Arbeit etwas schleppend.
Deshalb hatte ich auch kein schlechtes Gewissen, die Brücke zu machen („faire le pont“) am nächsten Montag, 7. Mai. Am Dienstag ist nämlich Feiertag hier (Kriegsende) und irgendwann muss man ja noch mal die Nähe zu Barcelona nutzen! Deswegen fahr ich Samstag mit Karo (auch aus Mainz) mit dem Bus nach Barcelona und Dienstag zurück. So richtig viel Zeit werden wir wegen des merkwürdigen Busfahrplans (wir fahren mit Eurolines) nicht haben, aber das wird schon. Bis jetzt sind wir auch noch obdachlos, aber da sind wir auch optimistisch. Immerhin soll’s in Barcelona nicht regnen.
Und zur Camargue: dass ich nicht vom Pferd gefallen bin, hatte ich ja schon verraten. Aber das wäre auch eine Meisterleistung gewesen, schließlich trotteten 25 Pferde Schnauze an Hintern eine Stunde lang hintereinander her. Die taten mir echt Leid, das muss für die ja noch langweiliger sein als für ihre Reiter. Aber der Ausflug an sich war ganz nett, ich hab mir schön die Kopfhaut verbrannt und wir waren bei einer Bootstour im Hafen von „La Grande Motte“, einem bei Franzosen beliebten Urlaubsort. Ich würde Euch gerne Fotos davon zeigen, denn so viele hässliche Betonbauten auf einmal habe ich noch nie gesehen. Schrecklich, wirklich!!
Was es noch über Frankreich zu sagen gibt: Wenn ich die Radiostimme richtig verstanden hab, waren sowohl Ségolène Royal als auch Nicolas Sarkozy diese Woche in Montpellier. In der Uni wird eifrig darüber diskutiert, wer das kleinere Übel ist (aber es gibt auch richtige Verfechter beider Lager). Den Wahlsonntag habe ich am Strand verbracht, der auch relativ voll war, dafûr, dass echt verdammt viele Franzosen wählen gegangen sein müssen. Diesen Sonntag, bei der zweiten und entscheidenden Runde (nämlich der Entscheidung zwischen „Ségo“ und „Sarko“), werde ich ja in Spanien sein. Und das Fernsehduell der beiden am Mittwochabend hab ich auch nicht mitbekommen, denn ich war auf einem Konzert der Gruppe „Naast“. Sind noch ganz jung und immerhin hat eine Freundin Werbung für das Konzert im Fernsehen gesehen – anscheinend sind sie also nicht unbekannt. Die Musik war auch echt OK.
Ansonsten bereite ich mich seelisch darauf vor, nächsten Freitag ein Referat halten zu müssen. An einem Termin, an dem eigentlich gar kein Kurs ist, weil die Professorin, die dieses Referat betreut, an den angesetzten Referatsterminen nicht konnte. Mittlerweile müssen auch sämtliche Kursteilnehmer anwesend sein, aber ich hoffe, es wissen noch nicht alle, dass das meine Schuld ist. Anstatt nämlich einfach zu akzeptieren, dass es in Frankreich halt so ist, dass man auch mal ein Referat nur vor der Professorin hält (weil die keine Zeit hatte an den anderen Terminen wie gesagt), sagte ich, in Deutschland sei das ja ganz anders. Damit wollte ich allerdings NICHT erreichen, dass jetzt alle antanzen müssen, obwohl der letzte Termin des Kurses eigentlich einen Tag vorher ist. Ich glaube, alle werden mich lieben, vor allem, weil das Referat das schlechteste meines Lebens werden wird. Aber das kann man ja auf die Sprache schieben.
Dieses Mal werde ich also keine Angst vor Pferden haben müssen, sondern vor eventuell auf mich aufmerksam gewordenen französischen Kommilitonen. Ein Bericht folgt in Kürze. Hoffentlich.
Dienstag, 1. Mai 2007
+++EILMELDUNG+++ (haha)
Für alle, die denken, ich bin vom Pferd gestürzt. Nein, bin ich nicht. Ist alles gut verlaufen. Aber mein Computer ist (ab)gestürzt. Und läuft nicht mehr. Ich bin also computerlos und internetlos auch. Wenn er mal läuft, dann sporadisch. Das heißt, erst mal keine weiteren Bilder, denn ich kann die schlecht aus dem Büro mit dem Laptop meines Profs hochladen. Dumm gelaufen.
Ich meld mich, wenn ich mal wieder länger einen Computer und Internet habe... Ganz schön blöd alles.
Ich meld mich, wenn ich mal wieder länger einen Computer und Internet habe... Ganz schön blöd alles.
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